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  • Food Tour durch Chinatown 😋

    Den Vormittag habe ich frei und kann im Hotel ein wenig Fotos sichten. Für den Nachmittag steht eine Food Tour durch Chinatown an. Auf dem Weg zum Treffpunkt sehe ich dieses schöne Geisterhaus (San Phra Phum – wörtlich „Schrein des Schutzgeistes des Landes“). Laut KI baut man die oft vor einem Haus, um die Geister des Hauses in dieses Geisterhaus hin zu vertreiben. und um sie dann zu besänftigen gestaltet man das Geisterhaus schöner als das eigentliche Haus. Hier kommt man auch regelmäßig hin mit kleinen Geschenken, um den Geist um Gunst für verschiedene Dinge zu bitten.


    Dann geht es auch schon auf nach Chinatown. Vom Treffpunkt aus werde ich zu einem Gebäude mit vielen Zimmern gebracht, in denen jeweils ein paar Stühle, ein Tisch, und ein Klo untergebracht sind. Mit der Zeit stellt sich heraus, dass hier wohl in den einzelnen Zimmern jeweils die Gruppen gesammelt werden, bis die verschiedenen Touren dann von dort aus starten. Es sind unter anderem zwei ältere amerikanische Freundinnen dabei, mit denen ich mich gut unterhalten werde. Und drei junge amerikanische Frauen, die scheinbar ihren Highschool Abschluss feiern.
    Für Amerikaner typisch sagen sie alle beim Vorstellen ihren Bundesstaat statt des Landes. Ich warte ja noch darauf, dass das mal einer aus Georgia macht. Was mich daran erinnert, dass ich mir mal einen Gruß oder so auf georgisch merken wollte für genau diesen Moment 😇

    Die Tour ist insgesamt gut durchgeplant, an den einzelnen Stationen sind bereits Mitarbeiter des Teams, die uns Tische reservieren, oder schon für uns bestellen, sodass wir das Essen kurz nach Ankunft serviert bekommen.

    Wir beginnen mit geschmorter Ente, einem typischen chinesisch-thailändischen Gericht. Ich freue mich über die optisch ansprechende Auswahl an Nachschärfoptionen: Eingelegter Knoblauch, Chilisoße und frische grüne Chilischoten. Eine wohl durchaus übliche Art, die in diesem Träger zu servieren. Und ich denke es wird die Touristen-Version sein.


    Die nächste Station ist vom Michelin Guide ausgezeichnet und dort gibt es Hähnchen- und Schweinespieße, in Curry eingelegt. Dann noch frittierte Algen, die überraschend lecker waren mit der Soße. Und ein Salat aus Gurke, Zwiebel, Chili-Schote. Sehr lecker, und aufgrund der Schärfe hab ich alles für mich. Und bestelle Nachschlag. Gefüllte Teigtaschen (Shrimp Wontons) gibt es hier auch, die sind aber von einem anderen Stand.


    Als nächstes steuern wir einen Street Food Platz an, der den Michelin Bib Gourmand bekommen hat, was für gutes Essen zu fairen Preisen steht. Es gibt ein Curry mit Huhn, Wintermelone und chinesischer Wurst. Anschließend bekommen wir Kuay Jab, eine Suppe aus knusprigem Schweinebauch und Reisblättern, die sich beim Kochen rollen.


    Etwas unerwartet aber dann doch überraschend lecker ist das Soja Softeis.


    Zum Abschluß wird opulent Sea Food aufgetischt. Es gibt Riesengarnelen mit riesigen Antennen (oder was immer das ist, ich bin Informatikerin, keine Biologin 😊), Venusmuscheln in Basilikum-Chili-Soße, und einen Garnelen Hot Pot, Tom Yum Goong. Abschließend gibt es Grüne Mango mit Shrimp-Paste zum Dippen, der Kontrast macht es zu etwas Besonderem.


    Zum Abschluss gibt’s noch ein Foto einer satten zufriedenen Tina und Mango Sticky Rice.


    Auf dem Heimweg sehe ich plötzlich Fledermäuse auf dem Boden. Und dann noch an der Wand. Aufmerksamkeit sofort 100%.
    Laut nachträglicher KI-Befragung klingt das Wort für Glück/Segen im chinesischen wohl gleich wie das Wort für Fledermaus, und dort ist weiterhin das Symbol für fünf zu sehen. Es handelt sich demnach um ein Wortspiel „Fünf Fledermäuse“ = „Die fünf Segnungen“ (Langes Leben, Reichtum, Gesundheit, Tugend, natürlicher Tod). Könnte eine Bar oder ein Restaurant gewesen sein.

  • Palast, Tempel und Hassprediger

    Für heute habe ich eine Tour mit dem Großen Palast und Tempeln wie Wat Pho und Wat Arun gebucht. Und da wir dazu viel gelaufen sind auch wieder viele Eindrücke drumherum gesammelt.

    Wir besuchen den Großen Palast und die darum herum liegenden Anlagen, die allesamt sehr beeindruckend sind. Sogar ein Modell von Angor Wat ist hier zu sehen. Wir sind eine angenehme Gruppengröße und haben einen netten Guide der informativ erzählt, und auch gut auf Fragen eingeht.

    Als nächstes gehen wir zum Reclining Buddha. Dort befindet sich auch das Massage Museum, zu dem sehr viele Statuen im Außenbereich gehören, die Elemente der Thai-Massage darstellen. Unser Guide erzählt uns hier auch etwas zur Entstehungsgeschichte dieser Massage. Zum Glück befindet sich bei der Anlage auch direkt eine Erste Hilfe Station 😊

    An einer Stelle stehen Tafeln, die uns informieren, warum man sich Buddha nicht tätowieren lassen sollte. Und das „Warum“ überrascht mich ein wenig, weil ich bisher davon ausgegangen war, dass der Buddhismus nicht so toxische Elemente wie das Christentum oder der Islam enthält, die uns sagen, wie unrein wir sind. Wie eklig unsere Körper sind. Wie fehlerhaft wir sind, wenn wir ganz normalen Trieben wie der Sexualität nachgehen. Daß wir nicht liebenswert sind.

    Quelle: https://urpbehavioralhealth.com/conditions-treated/trauma-treatment/religious-trauma/

    Und damit haben wir jetzt die perfekte Überleitung zu dem Straßenprediger, dem ich über den Weg laufe, als ich am Ende des Tages zurück zum Hotel unterwegs bin. In dem Moment, als er mich sieht, beginnt er nahtlos vom Untergang der Zivilisation durch den Transgenderismus zu faseln, vom Ende der gottgegeben Zusammenkunft von Mann und Frau, und dass es nur zwei Geschlechter gäbe, irgendwas mit Dämonen und so, das ganze Programm. Diese Religion der Liebe, die so sehr Hass verbreiten will, dass dieser Typ dafür extra von wer weiß wo nach Bangkok kommt, um dort mit Megafon sein Gift in die Welt zu spritzen.


    Ich bleibe stehen und zücke mein Handy und nehme ein paar Sekunden auf, mit einem aufgesetzten Grinsen als würd mir der Scheiß nichts ausmachen. Sein Gehilfe, der das Plakat hält und Flyer an Passanten verteilt, wirkt wenigstens so, als wär ihm das im Ansatz peinlich.


    Das einzig Lustige daran ist: ich habe anhand von Standbildern mir später die URL von dem Banner aufgerufen. Die Seite führt wider Erwarten jedoch nicht zu einer christlichen Seite, die einen konvertieren will oder so. Nein. Sie führt auf einen Webshop, der einem religiöse Banner, Sticker und Pins verkaufen will. Wie fucking christlich…

    🤮

  • Erste Eindrücke in Thailand

    Nach der späten Ankunft hatte ich nicht viel Schlaf, denn schon am frühen Morgen beginnt eine gebuchte Tour. Auf dem Weg zum Sammelpunkt beobachte ich schon mal, dass dort überall an Plätzen, Kreuzungen, vor öffentlichen Gebäuden, … diese riesigen prunkvoll geschmückten Fotos von Mitglieder der Königsfamilie, oder scheinbar auch ranghohe Militärs hängen. Und viele buddhistische Symbole. Viele Gebäude haben kleine Tempel davor.

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    Auf dem Programm steht eine Fahrt nach Ayutthaya, wo wir uns verschiedene Tempelanlagen ansehen, aber auch Moderneres wie die große liegende Buddha-Statue „Reclining Buddha“.
    Der Guide den wir haben spricht nicht besonders gut Englisch, aber was wirklich nervt: dass er leider gefühlt zusammenhaltlose Geschichten erzählt, die nichts mit dem, was wir sehen, zu tun haben. So kommen wir am ersten Tempel an und wir sind natürlich alle neugierig den zu sehen, aber er erzählt fast während der gesamten Aufenthaltszeit von irgendwelchen Paarungen der Königsfamilie. Nach fünf Minuten breche ich als erste das Eis und entferne mich vom erzählenden Guide, um endlich den Tempel anzusehen. Die, die bis zuletzt geblieben sind, haben zumindest für den nächsten Tempel dazugelernt, ihn einfach stehen zu lassen. Wozu fahren wir zwei Stunden zu einem Tempel um dann keine Zeit zu haben ihn zu sehen, würden wir bei dem Guide bleiben und seinen nicht dazu passenden Geschichten vor dem Bus zuhören?

    Uns fällt auf, dass überall kaputte Statuen stehen, doch auf Nachfrage erfahren wir, dass dies nicht der Witterung geschuldet ist, sondern es da konkrete historische Gründe für gibt. Einer ist, dass arme Menschen sich wohl etwas dazuverdienen, indem sie reichen Ausländern beispielsweise eine abgehackte Hand ins Ausland für ihre Privatsammlung schicken – weil eine ganze Statue eben zu auffällig wäre.
    Ein weiteres Ereignis ist, dass man wohl einmal einen Schatz in einer Buddha-Statue gefunden hatte, und danach im ganzen Land Statuen demoliert wurden, weil man hoffte, dort auch Schätze zu finden.
    Viel wurde auch im Rahmen der Invasion durch Burma 1767 zerstört.

    Anschließend sehen wir uns den „Reclining Buddha“ an. Da fällt mir erstmals auf was ich auch später immer wieder feststelle: Im Gegensatz zum gewohnten Christlichen sieht man den Buddha immer wieder Lächeln und auch insgesamt wirkt viel an Tempeldekoration eben eher fröhlich-festlich.

    Mit „Wihan Phra Mongkhon Bophit“ sehen wir eine sehr prachtvolle Tempelanlage, die durch ihre schiere Größe beeindruckt. Und natürlich durch die allgegenwärtigen detailreichen Verzierungen. Dort gibt es auch die kleineren Statuen, die Buddha in seinen verschiedenen Mudras, das sind Handgesten oder Körperhaltungen, und je nachdem was man sich wünscht, spendet man bei der entsprechenden oder zündet ein Räucherstäbchen an.

    Zum Abschluss werden wir zu einem Restaurant gebracht, das sich offensichtlich auf westliche Touristen spezialisiert hat. Die Schärfe ist sehr abgemildert. Leider. Aber lecker war es trotzdem. Besonders das Pad Krapao, das aus Hackfleisch, Bohnen und Chilischoten besteht.

    Dieser Baum mit dem Buddha-Kopf drin scheint wohl das meistfotografierte Etwas in Thailand zu sein, keine Ahnung warum. Unser Guide leistet hier aber gute Arbeit und vertreibt die anderen und macht nacheinander Fotos von uns. Dabei ist darauf zu achten, dass die Füße nicht in Richtung Buddhas zeigen. Dort ist auch ein Offizieller, der jede Minute mehrere Touristen anweisen muss, sich zu benehmen und dir Regeln einzuhalten.

    Damit endet unser Ausflug und wir werden bei einem großen Einkaufszentrum mit Metro-Anbindung abgesetzt. Mit einem Drachen mittendrin. Wie das halt so ist… in einem Einkaufszentrum.

  • Abreise nach Bangkok

    Zusammen mit einigen anderen aus der Gruppe breche ich so gegen Mittag zum Flughafen Sandakan auf, von wo aus wir zunächst noch alle gemeinsam nach Kuala Lumpur fliegen, wo sich unsere Wege dann trennen. Mir fällt schon beim Check-In wieder die in Südostasien allgegenwärtige Diskriminierung von Durian auf. Auch gab es dort ganz lustige Hinweistafeln zur Hygiene auf den Toiletten. Die Wartezeit verbrachte ich in der Lounge, die diesmal nicht ganz so voll war wie auf dem Hinflug.

    In Bangkok war ich dann froh als ich es ins Hotel geschafft hatte, ich war so kaputt dass ich fast sofort ins Bett bin. Ich habe aber noch zur Kenntnis genommen, dass ich wieder ein schönes Anal-Spa im Bad hatte, mit beheiztem Klodeckel, der sich bei Annäherung öffnet, verstellbarer Dusche mit wählbarer Temperatur, …

  • Letztes Abendmahl

    Leider nähert sich unsere gemeinsame Zeit dem Ende. Wir checken aus der Sukau Greenview aus und werden zum Sabah Hotel Sandakan gebracht, wo wir schon die erste Nacht zugebracht hatten. Für den Nachmittag fahren wir in die Stadt, um uns ein Kaufhaus anzusehen, dabei schlendern wir auch über zwei Märkte. Nach den ersten Ständen sieht dann aber doch alles irgendwie gleich aus. Mir fällt auf, dass hier mehr Früchte angeboten werden, die mir bekannt vorkommen, als es beispielsweise in Singapur der Fall war. Unterschiede gibt es aber dennoch, so ist beispielsweise unser Blumenkohl größer, dafür gibt es dort regelrechte Monster-Möhren, um nur zwei Beispiele zu nennen.

    Danach gönnen wir uns dann noch mal einen schönen Aufenthalt am Pool. Es ist sowieso sehr warm. Dann werden wir mit dem Bus in die Stadt gebracht, es geht zu einem feinen Restaurant, das uns ein gutes Buffett angerichtet hat, und zum Abschied begehen wir unser Letztes Abendmahl.

    Wohlgenährt geht es dann – wie schon im Jahr zuvor auf den Galapagos – zur obligatorischen Karaoke-Bar. Eine sehr kuriose Karaoke-Bar: Wir beziehen als Gruppe eine Art Wohnzimmer, und zahlen durch Alkohol-Konsum. In einem muslimischen Land. Und geregelt ist das so, dass im hinteren Bereich im Dunkeln zwei Angestellte sind, die uns genau beobachten. Sobald einer von uns auch nur am Glas nippt, kommen sie sofort aus ihrem Versteck und füllen all unsere Gläser mit mehr Bier nach, um wieder im Off zu verschwinden.

    Forrest begeistert wieder mit Frank Sinatra und weiteren Liedern. Ich mache den Fehler, mich für Reflection von Mulan zu entscheiden, was sehr emotional wird. Kole als Rammstein-Fan hebt im Anschluss die Stimmung wieder mit „Dicke Titten“…

  • Die Fledermaushöhle

    Wir haben wieder eine frühmorgendliche Flusstour, die etwas länger dauert, weil unser Guide entschlossen ist, für uns Borneo Zwergelefanten aufzustöbern. Und er wird fündig. Irgendwie. Also, ich sehe für einen kurzen Moment etwas ledrige Elefantenhaut durch die Blätter der Pflanzen am Ufer, und sie sind weg, bevor wir eine Stelle mit besserer Sicht erreichen. Danach verweilen wir noch ziemlich lange in der Hoffnung auf eine zweite Chance, die sich jedoch leider nicht erfüllt. Aber technisch haben wir sie gesehen. Ging halt darum, dass wir somit die „Borneo Big 5“ für unsere Tour abhaken können.

    https://www.borneoecotours.com/blog/get-to-know-bornean-big-five/
    (Verlinke ich hier nur, weil mir deren Big 5 Poster gut gefällt)

    Mir selbst geht es bei so was weniger darum, eine Liste abzuhaken als vielmehr darum, dass das was wir sehen eben bewegend ist. Da ist mir die Vollständigkeit einer Liste eher zweitrangig.

    Und wer mich kennt weiß sowieso, dass mir die Fledermäuse wichtiger sind – und genau die stehen am Nachmittag auf dem Programm. Endlich! 🦇🥰

    Es geht zur Gomantong Höhle, in der Millionen Fledermäuse und Vögel gemeinsam leben. Die Vogelnester werden dort regelmäßig von einheimischen Arbeitern „geerntet“, um dann als Delikatesse verkauft zu werden. Ich habe leider mein Flächenlicht vergessen. Ausgerechnet!! Aber es hätte mir eh nicht viel gebracht, denn die Höhle ist so hoch, dass es sowieso nicht gereicht hätte, um dort irgendwas sinnvoll auszuleuchten. Und auch mit meinem Travel-Zoom Objektiv mit 300mm ist bei der Größe der Fledermäuse nicht viel zu machen.

    Vor dem Betreten der Höhle setzen wir Helme auf, haben sowieso schon lange Hosen an, und bekommen auch Handschuhe, die ich aber direkt wieder ausziehe, weil sie mich einfach beim Bedienen der Kamera zu sehr behindern. Das ganze machen wir, da der ganze Boden der Höhle voll mit dem Guano der Fledermäuse ist, wodurch es stellenweise sehr rutschig ist. Keiner von uns ist scharf darauf, hier auszurutschen. Zu lange nach oben zu schauen, um mit dem Sucher ein Motiv zu finden, kann auch gefährlich sein. Mindestens den Mund geschlossen halten. Zur Mitte der Höhle hin baut es sich regelrecht zu einem Guano-Berg auf, und bei genauerem Betrachten sieht man zahllose Insekten, die dort ihren Lebensraum gefunden haben. Wenn eine Fledermaus hier reinfallen sollte, erst recht eine junge, ist das so ziemlich ihr Todesurteil. Leider sehen wir auch einige, die genau dieses Schicksal ereilt und die dort lebendig verspeist werden. Eine jedoch scheint gezielt hier runter zu fliegen und sich an dem Gewusel wie an einem Buffett zu bedienen.

    Am Rande des Guano-Berges sammelt sich der Urin. Einige Krabben haben hier ihre Heimat gefunden

    Nachdem wir die Höhle besichtigt haben besteigen wir ca. 666 Treppenstufen, um zu dem Ausgang zu kommen, an dem wir den abendlichen Ausflug der Fledermaus-Kolonie erwarten. Der Aufstieg erinnert an die Wall Of Tears auf den Galapagos, und ich habe innerlich ähnlich geflucht. Kurz bevor wir oben ankommen, merkt jemand aus der Gruppe, dass er etwas vergessen hat, und Forrest und ich scherzen, wie praktisch es jetzt wäre, wenn Lucy (aus der Galapagos-Gruppe) dabei wäre: Nicht nur, dass sie in 5 Minuten zurück gewesen wäre, sie hätte bei der Gelegenheit auch noch Getränke für alle dabei gehabt und nicht einen Tropfen Schweiß auf der Stirn…
    Leider werden wir nicht belohnt, denn die Fledermäuse fliegen nicht bzw. nicht über diesen Ausgang raus. Dafür haben wir lustige Gespräche.

    Beim Abendessen dealen James und ich wieder mit unseren letzten Chili-Pulver-Beständen, um irgendwie das weniger als durchschnittlich gute Essen aufzuwerten, als ich mitbekomme, wie Forrest zu den anderen sagt, dass ja der eigentliche Grund der Reise nicht wäre, die ganzen Tiere, Pflanzen , Natur und so weiter zu sehen, sondern zu erleben, wie ich langsam an dem servierten Essen meinen Verstand verliere. Damit wird so Manches klar.

  • Flussfahrten, Nachtleben

    Es geht schon vor 6 Uhr zu einer Flussfahrt los, es belohnt uns immerhin eine schöne frühmorgendliche Landschaft. Wir sehen diverse Schweins- und Nasenaffen.

    Naturgeräusche in einem ruhigen Seitenarm des Kinabatangan

    Bei der anschließenden Dschungelwanderung, kann ich leider nicht dabei sein, da mein Magen rebelliert. Am Nachmittag und später am Abend haben wir weitere Flusstouren, zum Glück geht es mir rechtzeitig dafür besser.

    Nach dem Abendessen startet unser Nachtausflug. Über das Ufer schallt der Imam, was eine kuriose Stimmung so fernab der Zivilisation ergibt. Wir bekommen Leistenkrokodile zu sehen, die als größtes und gefährlichstes Krokodil weltweit gelten. Aber unsere sind klein – ein Baby und ein Jugendlicher. Aber es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich sie gesehen habe, obwohl ich genau sehen konnte, wo alle anderen hingucken. Es könnte ein ausgewachsenes Krokodil neben mir sein, bereit zum Zuschlagen, und ich würde es erst merken wenn ich schon tot bin. Ich würde da nicht lange überleben, glaube ich.

    Oh, und die kleine Schlange hat Eryanto mal eben so während der Fahrt entdeckt, und dabei ist die kaum größer als das Schilf, in dem sie war. Unglaublich! Guter Mann! 👍🏽

  • Der Kinabatangan

    Heute müssen wir wieder packen, denn wir ziehen nach dem Frühstück um zum Sukau Greenview Ressort, das am Kinabatangan Fluss gelegen ist.

    Bei mehreren von uns gibt es regelmäßig Stromausfall, was mich nicht weiter wundert, denn die Klimaanlagen sind alle auf eine Zieltemperatur von 17°C voreingestellt, die natürlich niemals erreicht werden können, erst recht nicht bei Außentemperaturen von bis zu 35°C. die Klimaanlagen kämpfen also jeweils auf Maximum Power. Ich stelle meine auf 24°C Zieltemperatur, die sie auch schnell erreicht und dann fast schon flüsterleise hält. Recht beeindruckend für eine Bungalow-Bauweise, die der prallen Sonne ausgesetzt ist.

    Bei Ankunft suchen wir uns erst mal unsere Schlammstiefel für die anstehenden Dschungelwanderungen aus und machen uns bald danach auf den Weg. Forrest hatte uns schon die letzten Tage darauf vorbereitet, wie anstrengend und ungemütlich das sein würde, da wir bei jedem Schritt erst mal soundso tief im Schlamm einsinken würden, um uns dann für den nächsten Schritt mit einem schmatzenden Geräusch wieder daraus zu befreien. Und das ganze bei entsprechender Schwüle umgeben von Moskitos. Davon war allerdings kaum was zu spüren, denn es hatte tagelang nicht geregnet. Ich war froh drum. Auch mit Moskitos hatte ich praktisch keine Probleme, Deet© sei Dank – das hatte ich schon vor zehn Jahren bei meiner Raise nach Fidschi für mich entdeckt. Der Trick liegt in der richtigen Reihenfolge und Mischung des Auftragens von Sonnenmilch und Moskito-Abwehr.

    Zu dem anschließenden Mittagessen lässt sich nur sagen, dass es leider prophetisch ist: Während das Essen die letzten Tage über recht unerwähnenswert war, ist es leider in der Sukau Greenview regelrecht mies: mit Hühnchen, das mit Knochenbruchstücken serviert wird und Nudeln, die scheinbar schon zum fünften Mal neu gebraten wurden. James und ich kompensieren in unserer Not mit immer mehr Chili, doch dazu später mehr 🌶️

    Zum Nachmittag haben wir unsere erste Flussfahrt über den Kinabatangan. Wir bekommen mehrere Gruppen von Schweinsaffen zu sehen, unter anderem eine, die gerade dabei ist, den Seitenarm zu überqueren, durch den wir gerade fahren. Dabei können wir sehen, wie z.B. schwerere Gruppenmitglieder den leichteren helfen, indem sie mit ihrem Gewicht helfen, den Ast runterzudrücken, wodurch der Sprung für den leichteren einfacher wird. Einer aus der Gruppe tut uns dabei sehr leid, er scheint ein Geschwür an den Hoden zu haben, wodurch sein Hodensack ungefähr die Größe eines Basketballs hat, und er ihn beim Klettern jeweils mit den Händen halten muß, um ihn nicht einzuklemmen. Ich möchte nicht wissen, wie schmerzhaft der Sprung auf die andere Seite für ihn gewesen sein muß.

    Zum Ende schlägt das Wetter um und obwohl der Bootsführer ordentlich Gas gibt , schaffen wir es nicht trocken zurück. Wir sind sooo nass als wir zurückkommen, es ist total lustig. Forrest kriegt einen regelrechten Lachflash⛈️😂 Ich selbst mag das ja auch ganz gerne mal bei so einem warmen Wetter einen angenehmen Regen abzubekommen. Es zeigt uns, dass wir trotz allem eben die Natur nicht unter Kontrolle haben, und ich finde, das brauchen wir manchmal…

  • Orang-Utans und Sonnenbären🌞

    Wir besuchen das Orang-Utan-Rehabilitationszentrum. Dort gibt es eine zentrale Fütterungsplattform, umgeben von Zuschauertribünen hinter von außen verspiegelten Glasscheiben, damit wir nicht direkt gesehen werden. Darüber finanziert sich das Zentrum und ermöglicht uns so einen Einblick in das Verhalten dieser beeindruckenden Tiere. Um ihnen den Zugang aus den umliegenden Wäldern zu ermöglichen, sind Seile von den Bäumen zur Plattform gespannt, an denen sie angeklettert kommen, pünktlich zur Fütterungszeit. Dabei achtet die fütternde Person darauf, keinen Augenkontakt herzustellen, trotzdem aber den Zustand der ankommenden Orang-Utans abzuschätzen. Sie sollen schließlich kein Vertrauen zu uns Menschen aufbauen, denn sie werden leider immer noch erbarmungslos gewildert. Ich erfreue mich am Verspielt-sein der Jüngeren und an der Gelassenheit der etwas Älteren.

    Darüber hinaus gibt es noch eine zweite Fütterungsstation, die etwas abgelegener im Wald gelegen ist, hier kommt noch mal ein anderes Publikum (an Orang-Utans) fürs Mahl vorbei.

    Anschließend besuchen wir das Bornean Sun Bear Conservation Centre, das sich um den Erhalt des Sonnenbären kümmert.

    Zum Abendessen gehen wir heute zu einem Restaurant in der Nähe der Unterkunft. Anfangs ist es etwas laut, da dort auch Karaoke stattfindet, das legt sich dann aber. In Erinnerung ist mir hier überwiegend geblieben, dass es irgendwann zwischendrin offenbar Streit zwischen zwei Geckos an der Decke gab, und im nächsten Moment plumpsten mir die beiden in mein halbvolles Glas und waren ratzfatz verschwunden.

  • Eine Nase für den Regenwald

    Unser Tag beginnt noch vor dem Frühstück mit einem Morgenspaziergang im Regenwald Entdeckungs-Zentrum. Dort wurden künstliche Höhen-Wanderwege im Stile alter Eisenbahnbrücken durch den Regenwald gebaut, sodaß Touristen dort einerseits die Natur genießen können, ohne sie zu sehr zu stören. Und natürlich auch, um eine Aussicht zu genießen, wie man sie auf dem Boden einfach nicht hätte.

    Meine Kamera beschlägt vor Freude, kaum dass wir loslegen. Die Aufnahmen der ersten halben Stunde sind daher…. problematisch. Die Linse abzuwischen reicht nicht mal lange genug, um die Kamera anzuheben, ein Objekt anzuvisieren und direkt abzudrücken. Aber irgendwann legt es sich. Und hier sei mal angemerkt, dass die Reise auch mal wieder gezeigt hat, wie gering meine Überlebenschancen hier ohne Technik wären. Wo unser Guide und einige andere Teilnehmer in kürzester Zeit alle möglichen Tiere entdecken, schaue ich nur auf grünes Laub, selbst wenn ich schon gesehen habe, wo alle hingucken. Aber irgendwann entdecke ich dann eben doch noch was…

    Nach dem Morgenspaziergang geht es zum Frühstück und dann geht es zum „Labuk Bay Proboscis Monkey Sanctuary“, einem privaten Schutzgebiet für Nasenaffen. Und ja, mit der Nase kann ich die kaum ansehen und ernst nehmen, sie sehen irgendwie lustig aus. Aber es beeindruckt mich auch, sie später mit den jüngeren baden zu sehen, und ich finde, man kann ihnen dabei das Spass-haben und Spielerische klar ansehen.

    Neben Nasenaffen sehen wir dort auch den Silbernen Haubenlangur, ein Bananenhörnchen und einen Schlammspringer.

    Hier machen wir auch ein Gruppenfoto.

    Am Abend sind wir wieder im Regenwald Entdeckungs-Zentrum, diesmal zu einem Nachtspaziergang. Hier sehen wir Tausendfüßer(Platyrhacidae), die geringfügig größer sind als die, die wir daheim so zu sehen bekommen. Skorpione und riesige Spinnen gehören ebenso zum Nachtleben wie ein Riesengleithörnchen (Taguan). Der Sunda-Plumplori, den wir zu sehen bekommen, ist die einzige giftige Primatenart. Das Gift kann auch für Menschen lebensgefährlich sein, zum Glück sind sie aber eher gemächlich unterwegs. Eine kleine Fledermaus finden wir an einem Zweig, die sich vor Räubern schützt, indem sie sich wie ein Blatt im Wind verhält.😍
    Natürlich arbeite ich dort nicht mit Blitz, was sich dann entsprechend auf die Bildqualität auswirkt.

    Anschließend gibt es Abendessen und eine kurze Besprechung des Programms für den nächsten Tag. Ich kopiere noch die Bilder, lade meine Akkus auf, und bin dann recht bald im Bett. Ein schöner Tag 😊🦇